Mit einer Ausbildung im Fleischerhandwerk eröffnen sich zahlreiche berufliche Möglichkeiten für junge Fachkräfte. Viele frischegebackene Fleischerinnen und Fleischer streben eine Führungsposition in bestehenden Betrieben an oder möchten ihren eigenen Fleischereibetrieb übernehmen. Direkt und ohne Zugangsprüfung können Studierwillige, nach bestandener Abschlussprüfung und mindestens drei Jahren Berufspraxis, Studiengänge belegen, die fachlich ihrer Ausbildung entsprechen.
Lohnt sich die Ausbildung?
Trotz verändertem Konsumverhalten sind Fleisch- und Wurstwaren fester Bestandteil der Esskultur vieler Verbraucherinnen und Verbrauchen. Die Produktions- und Absatzzahlen des vergangenen Jahres sprechen hierbei für sich. So ist laut Statistischem Bundesamt die Fleischproduktion in Deutschland 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 % gestiegen. Gewerbliche Schlachtunternehmen produzierten demnach 6,9 Millionen Tonnen Fleisch. Das waren 97 200 Tonnen mehr als im Vorjahr 2023. Auch der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch ist nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zuletzt wieder leicht gestiegen. Mit durchschnittlich 53,2 Kilogramm pro Person lag der rechnerische Fleischverzehr in Deutschland 2024 leicht über dem der beiden Vorjahre 2022 (52,8 Kilo) und 2023 (52,9 Kilo). Eine Ausbildung im Fleischerhandwerk ist demnach auch zukünftig eine sichere Sache.
Expertise erbeten
Die Ansprüche der Verbraucherinnen und Verbraucher steigen stetig. Tierwohl, Regionalität und Qualität sind nur drei von vielen Aspekten, auf die die Deutschen beim (Fleisch-)Einkauf immer mehr achten. Fleischerhandwerklich arbeitende Betriebe sind prädestiniert, Antworten auf diese Fragen zu geben. In den oft familiengeführten Fleischereien ist der respektvolle Umgang mit vorhandenen Ressourcen seit jeher Grundvoraussetzung des täglichen Handels. Rohstoffe, die zur Produktion benötigt werden stammen größtenteils aus der Region, die Tiere werden oftmals von befreundeten Landwirten großgezogen. Man weiß, wo’s herkommt.
Am Puls der Zeit
Seit ein paar Jahren wächst die Nachfrage nach vegetarischen Alternativprodukten zu Wurst und Fleisch. Während einige große Industrieunternehmen ganze Produktionszweige umgestellt haben, sehen Fleischereifachbetriebe in diesem Kundenwunsch eher die Möglichkeit, ihr Angebot zu erweitern. So finden sich in vielen Frischetheken mittlerweile Gemüsepatties, vegane Bratwurst & Co. neben herkömmlicher Fleischwurst und Rindersteaks. Zeitgleich beobachten Fleischerinnen und Fleischer die Entwicklung von Kulturfleisch aufmerksam. Dieses spannende Feld birgt langfristig auch für das Fleischerhandwerk großes Potential.
Durch die Mischung aus Tradition, Kreativität, Vielfältigkeit und Zukunftorientierung ist das Fleischerhandwerk für Schulabgänger, Quereinsteiger wie auch die 133.254 Beschäftigten ein attraktives und stabiles Arbeitsfeld. Nicht umsonst gilt das Fleischerhandwerk als Nahversorger und Stütze regionaler Strukturen als systemrelevant.




