Das Sandwich ist eine der einfachsten und zugleich genialsten kulinarischen Ideen: verschiedene Zutaten zwischen zwei Brotscheiben. Seinen Namen verdankt es John Montagu, dem 4. Earl of Sandwich, der im 18. Jahrhundert in England lebte. Er soll angeblich Fleisch zwischen zwei Brotscheiben bestellt haben, um beim Kartenspiel bzw. bei der Arbeit die Hände frei zu behalten. Doch schon viel früher haben Menschen in verschiedenen Kulturen Brot genutzt, um Speisen praktisch zu transportieren – vom gefüllten Fladenbrot im Nahen Osten bis zu belegten Brötchen in Mitteleuropa. Heute ist das Sandwich ein globales Phänomen, das in jeder Kultur neue Formen angenommen hat.
Club Sandwich – Der amerikanische Klassiker
Heute findet man es auf der ganzen Welt – vom Hotelroom-Service bis zum Flughafenbistro, entstanden ist das Club Sandwich jedoch wahrscheinlich Ende des 19. Jahrhunderts in den USA, vermutlich in einem der privaten „Clubs“ in New York. Die traditionelle Zubereitungsweise, die erstmalig 1894 in einem Rezeptbuch festgehalten wurde, ist bis heute erhalten geblieben. Typisch für das Sandwich sind die drei Toastscheiben und die doppelten Füllschichten, die aus folgenden Zutaten bestehen: zuunterst eine dünne Schicht gegrillter Schinken oder Speck, darauf eine dünne Scheibe (holländische) Essiggurke, darauf eine dünne Scheibe kalten Braten von Huhn oder Pute, dann ein Salatblatt, in dessen Mitte ein Teelöffel Mayonnaise gegeben wird. Serviert wird das Club Sandwich dann in Dreiecke geschnitten und mit Holzspießen fixiert.

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Croque Monsieur & Croque Madame – Französische Eleganz
In Frankreich ist das Croque Monsieur (siehe Titelbild) seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein Bistro-Liebling: Eine Scheibe Kastenweißbrot oder Brioche wird mit Béchamelsauce bestrichen, mit Käse – meist Gruyère, Comté oder Emmentaler – sowie Schinken belegt, mit einer weiteren Scheibe Brot bedeckt und anschließend mit Käse überbacken: knusprig, cremig und herzhaft zugleich. Die Variante mit Spiegelei obendrauf heißt Croque Madame – die runde Form des Eis erinnerte angeblich an einen Damenhut. Begleitet wird es im Bistro typischerweise von einem frischen Blattsalat.
Cubano – Kubanische Lebensfreude
Das Cubano, auch „Cuban Sandwich“ genannt, hat seinen Ursprung in den kubanischen Communitys in Florida, vor allem in Miami und Tampa. Es wird aus kubanischem Weißbrot gemacht, das dem Baguette ähnelt, aber weicher ist. Typisch sind mehrere Fleischsorten: Schweinebraten und Schinken, kombiniert mit Schweizer Käse, Senf und eingelegten Gurken. Anschließend wird das Sandwich in einem Kontaktgrill erwärmt bis der Käse geschmolzen und das Brot knusprig ist. Dabei erhält es seine typische zusammengepresste Form. Das Cubano ist ein Stück kulinarische Heimat für viele Exilkubanerinnen und -kubaner – und ein Must-Try für alle, die kräftige Aromen lieben.

Banh Mi – Vietnamesische Fusion
Das Banh Mi ist wohl eines der spannendsten Fusion-Sandwiches der Welt. Es entstand während der französischen Kolonialzeit in Vietnam, als dort das Baguette eingeführt wurde. Heute wird es mit vietnamesischen Zutaten gefüllt: gegrilltes Schweinefleisch, Huhn, Paté oder Tofu, dazu eingelegtes Gemüse, frischer Koriander, Chili und oft auch eine würzige Mayonnaise. Das Ergebnis ist eine perfekte Mischung aus knusprigem Brot, saftiger Füllung und frischer Würze – leicht, aromatisch und äußerst beliebt als Streetfood.

Katsu Sando – Japanische Raffinesse
Der Katsu Sando ist in Japan mehr als nur ein Snack: Er vereint die japanische Wertschätzung für besondere Texturen und Minimalismus. Zwischen zwei Scheiben weiches, fluffiges Shokupan (Milchbrot) kommt ein goldbraun frittiertes Schweinekotelett (Tonkatsu) oder eine vegetarische Alternative. Oft wird das Fleisch zusätzlich mit Tonkatsu-Sauce bestrichen – einer süß-sauren, leicht würzigen Sauce, die dem Sandwich Tiefe verleiht. Katsu Sando gibt es in Bento-Boxen, in Cafés oder sogar in gehobenen Restaurants als luxuriöse Variante mit Wagyu-Rind.

Weitere spannende Sandwich-Klassiker
Neben dem Club Sandwich darf in den USA auch das sogenannte Reuben Sandwich nicht fehlen. Auf dem Roggenbrot befinden sich Pastrami oder Corned Beef, Sauerkraut, Schweizer Käse und Russian Dressing. Auch das italienische Panini ist weltweit bekannt: Die knusprigen Sandwiches aus Ciabatta oder Focaccia werden mit Käse, Schinken, Gemüse und Pesto belegt und anschließend im Kontaktgrill erwärmt. Der Streetfood-Liebling Portugals heißt Bifana. Dafür wird mit Knoblauch und Weißwein mariniertes Schweinefleisch dünn aufgeschnitten und in ein weiches Brötchen gelegt. Besonders beliebt ist es auf Straßenfesten oder beim Fußball im Stadion.

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