Am Wochenende startet das traditionelle Oktoberfest in München. Einst als Pferderennen im Rahmen einer royalen Hochzeit gefeiert, ist es heute das größte Volksfest der Welt. Fahrgeschäfte, Festzelte, Dirndl und Lederhosen prägen das Bild – und gelten im Ausland als „typisch deutsch“. Besonders das deftige Essen und die zünftige Maß Bier sind die Inbegriffe der Wiesn. Ursprünglich feierte man im Oktober auf der Münchener Theresienwiese. Aufgrund des beständigeren Wetters im September verschoben die Veranstalter im 19. Jahrhundert den Termin auf den Vormonat. Der Name Oktoberfest blieb erhalten.
Bayerische Schmankerln
Weißwurst, Leberkäse, Haxen & Co. sind in Bayern nicht nur während dem Oktoberfest beliebt. Dort kann man sie das ganze Jahr über an Imbisswagen, in Restaurants oder im Fleischerfachgeschäft genießen. Mittlerweile erfreuen sich die Schmankerln auch jenseits des Weißwurstäquators immer größerer Beliebtheit. Viele Fleischerfachgeschäfte feiern darüber hinaus im September und Oktober bayerische Wochen mit besonderen Angeboten.
Der Klassiker: Weißwurst
Angeblich wurde die Weißwurst vom Metzgergesellen Sepp Moser im Jahr 1857 im Münchner Gasthaus „Zum ewigen Licht“ erfunden: Am Faschingssonntag waren bei der Herstellung der Kalbsbratwürste die Saitlinge ausgegangen. In der Not füllte Sepp Moser die Wurstmasse in die dickeren Schweinedärme. Heute besteht die Weißwurst meist aus Schweinefleisch. Den besonderen Geschmack bringen die Gewürze: Frische Zwiebeln, Petersilie, weißer gemahlener Pfeffer, Salz, Mazis und Zitrone. Gegessen werden sollte sie möglichst heiß. Mit Laugengebäck und süßem Senft schmeckt’s besonders gut.
Knusprig gebacken: A Haxn
Die Schweinshaxe kennt man in Süd- wie in Norddeutschland und ist in beiden Regionen sehr beliebt. In Bayern wird das Fleisch typischerweise im Ofen mit Butterschmalz gebacken. Weiter nördlich, etwa in Berlin oder Niedersachsen, ist die Bezeichnung Eisbein geläufiger. Es wird häufig gekocht und mit Sauerkraut sowie Kartoffeln serviert. Dennoch: Rund ums Oktoberfest haben auch hier viele Fleischereien knusprige Haxn im Angebot.
Allseits beliebt: Leberkäse
Strenggenommen ist Leberkäse gar kein bayerisches Original. Das ursprüngliche Rezept stammt aus Baden-Württemberg. Ein Mannheimer Metzgermeister, der für den Wittelsbacher Kurfürst Karl Theodor arbeitete, hatte das Rezept nach Bayern mitgebracht. Beinhaltet die Rezptur keine Leber, lautet die Bezeichnung des Produktes „Fleischkäse“. In Bayern gibt es da eine Ausnahme: So genannter „Bayerischer Leberkäse“ enthält traditionell keine Leber, darf jedoch danach benannt werden. Im Norden wie im Süden zählt der Fleischkäse im Brötchen zu den beliebtesten und meistverkauften Snacks an den Heißen Theken von Fachgeschäften.




